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Willkommen in Pfaffstätten

Pfaffstätten liegt in einem der ältesten und bekanntesten Weinbaugebiete Österreichs, wir befinden uns in der Thermenregion und den südöstlichen Ausläufern des Biosphärenpark Wienerwaldes, ca. 25km von Wien entfernt.

Von der Klesheim-Warte bietet sich ein herrlicher Rundblick über das Wiener Becken, dem Leithagebirge, dem über 2000 Meter hohen Schneeberg sowie der Ödenburger Pforte an.

Benachbart zu der Kurstadt Baden, Traiskirchen und Gumpoldskirchen ist Pfaffstätten ein sehr bekannter Weinort geworden. Pfaffstätten lädt nicht nur mit seinen 22 Buschenschenken zum gemeinsamen Wein trinken und beisammen sein ein, sondern auch zum jährlichen Großheuriger – „das größte Weinfest Österreichs“ und zur Genussmeile – „längste Schank der Welt“.

Das „wanderbare Pfaffstätten, wo der Wein zu Hause ist“ ist aber auch ein beliebtes Naherholungsgebiet. Mit seinen neun Wanderwegen und dem Thermenradweg finden Erholungssuchende Entspannung. 

Der Ortsname Pfaffstätten

Der Name Pfaffstätten leitet sich von Besitz, auch Wohnstätten von Geistlichen (Pfaffen) ab. Die Klöster Admont und Klosterneuburg hatten um 1120/35 Untertanen in Pfaffstätten, weiters Melk und Stift Heiligenkreuz, Stift Lilienfeld und Stift Schotten in Wien und die Augustiner-Eremiten in Baden. Die Kartausen Mauerbach und Gamming besaßen bis zu ihrer Auflösung Bergrechte in Pfaffstätten. Gegenwärtig besitzen nur mehr Stift Heiligenkreuz, Lilienfeld und Melk Weingärten in Pfaffstätten.

Einige Beispiele zur Schreibweise des Ortsnamens im Laufe der Zeiten:
1120/30 Pfafenstetin                    1384 Pfachsteten
1161/71 Pfaffstetten                     1427 Phafsteten
1200       de Phafstetin                  1450 Pfafsteten

(Quelle: Chronik Pfaffstätten| Johann Hösl, liegt am Gemeindeamt auf)

Das Gemeindewappen

Die N.Ö. Landesregierung hat mit Beschluss vom 07. Juli 1953 und per Kundmachung vom 27. Juli 1953 verlautbart, die Ortsgemeinde Pfaffstätten zum Range einer Marktgemeinde zu erheben und die Berechtigung zur Führung folgenden Wappens verliehen, welchen zurückzuführen ist auf ein altes Gemeindesiegel aus dem Jahre 1602: „Ein gespaltener Schild, der rechts blaue, links goldene Farbe zeigt. Darin ein Mönch mit Heiligenschein und Brustkreuz (St. Bernhard) in Naturfarben, bekleidet mit Schulterkragen in naturleinenfarbiger Kukulle.

Gemeindepartnerschaft mit Alzenau/Hörstein (D)

Am 03. August 1972 unterzeichneten die Bürgermeister beider Gemeinden, Hermann Kern für Hörstein und Johann Hösl für Pfaffstätten, die offizielle Verschwisterungsurkunde.

Die Markt Hörstein liegt am Fuße des Hahnenkamms auf 436 Meter, das Wohngebiet auf 150 Meter Seehöhe und der tiefste Punkt auf 110 Meter. Das Gemeindegebiet liegt im vorderen Spessart, mit Blick in die Rhein-Mainebene, am Horizont zu erkennen der Taunus und der Odenwald. Bekannt ist Hörstein im Fränkischen Weinbau als Spitzenlage mit den Großrieden Abtsberg und Reuschberg. Die Weine Hörsteins werden fast ausschließlich in der Bocksbeutelflasche verkauft.

Die Verwaltungs- und Gebietsreform in Bayern ergab am 01. Juli 1975 den Anschluss Hörsteins an die Stadt Alzenau und das Ende der selbständigen Gemeinde Hörstein, welche als Stadtteil weiter besteht. Alzenau hatte eigene Partnergemeinden, und zwar Sint-Oedenrode in Holland und Thaon-les-Vosges in Frankreich, übernahm aber für den Ortsteil Hörstein auch die Partnerschaft mit Pfaffstätten.

Trotz der weiten Entfernung von 700 km hat sich diese Gemeindepartnerschaft weit über offizielle Kontakte hinaus zu einer Freundschaft vor allem zwischen Vereinen und vielen persönlichen Freundschaften entwickelt und erhalten. Vor allem die beiden Weinfeste (der Pfaffstättner „Großheuriger“ und der „Hörsteiner Herbst“) sind beliebte, gegenseitige Besuchstermine und geben jährlich Anlass zur Pflege der Partnerschaft.

Website Hörstein: www.hoerstein.info
Website Alzenau: www.alzenau.de

Geschichte

Mehr über die Geschichte Pfaffstättens finden Sie auf der Website des Heimatkundeverein Pfaffstätten.

Anekdoten und Sagen

Ortsspitzname „Die Murkentrümmer“

In unserer Gegend ist es Brauch, dass jede Ortschaft neben ihrem eigentlichen Namen noch einen zusätzlichen humorsatirischen hat, welcher meist auf eine Begebenheit oder Eigenart ihrer Bewohner anspielt.

So sagt man zu den Pfaffstättnern "Murkentrümmer", neckt die Gumpoldskirchner "Bohnenhirschen", ruft die Traiskirchner "Himmelflicker", bezeichnet die Badener als "Schwefelkinder", die Sooßer mit "Ameisenbären", spricht von den Guntramsdorfern als "Krotnpracker", den Josefsthalern als "Tätschendorfer", (wozu eine Erweiterung besteht, in der es heißt, wir gehen nach "Tätschendorf am Blutzabirn-Kirta" und hierbei nicht die Früchte gemeint sind, sondern vielmehr deren handgreifliche Versymbolisierung).

Im vorliegenden Fall sei versucht, die Legende der Entstehung des Pfaffstättner Spitznamens "Murkentrümmer" niederzuschreiben. Dem sei noch vorausgeschickt, dass die Bezeichnung "Murken" für Karotten oder Möhren gebraucht wird:

In jener Zeit also verlief sich ein Dieb nach Pfaffstätten, dem das Glück abhold war, denn alsbald befand er sich in den Händen des Ortspolizisten. Nun dürfte es seinerzeit nicht viele Diebe gegeben haben, da der Gemeindekotter (sprich: Arrest) vernachlässigt, selbst eines Schlosses ermangelte. Dieser Umstand beunruhigte das Auge des Gesetzes erst, als es den Dieb festsetzen wollte. Üblicherweise verschloss man die Tür mit einer eisernen Stange, welche zur Sicherung einen Vorstecker gleichen Materials besaß, und - oh weh - eben jener fehlte. Der Dieb befand sich also im Loche, die Stange wurde vorgelegt und der fehlende Vorstecker verursachte dem Ortshüter nicht wenig Kopfzerbrechen. Da fiel sein Blick auf ein Häufchen Murken, und in der Annahme, dass vom Kotterinneren nicht zu kontrollieren sei, welchen Materials der Vorstecker sei, verwendete der wackere Gesetzeshüter eine Murke für diese Zwecke. Daraufhin enteilte er, um seinem Ortsoberhaupt pflichtschuldigst Meldung zu erstatten.

Nun lag der Örtlichkeit nach der Kotter neben dem Stall des Gemeindetieres, für dessen Fütterung eben diese Karotten bereitgelegt waren und der just zu diesem Zeitpunkt von der Weide kam, als das Auge des Gesetzes von dannen eilte. Der Stier fraß zuerst mit Wohlbehagen das Häuflein auf der Erde und - auf den Geschmack gekommen - auch die als Vorstecker verwendete Murke, woraufhin der Dieb, auf solch einfache Art befreit, aus dem Kotter entfleuchte.

Seit dieser Begebenheit ziert die Pfaffstättner der Spitzname "Murkerl" oder "Murkentrümmer", weiland die "Murke" als spaßhaftes Ortssymbol geltend, bei allfälligen Weinlesefesten, als Laternenkerze des Nachtwächters - oder Hellebardenspitze, reichliche wie allseits belustigende Verwendung findet.

(Quelle: Chronik Pfaffstätten, Altbgm. Johann Hösl – erhältlich am Gemeindeamt)